Autoren

  Isabel Blanco del Piñal

Isabel Blanco del Piñal schreibt nicht nur über die Geschichte der Länder und Völker, sie erzählt mit der Stimme und aus der Sicht der Menschen, die einst ihre Zeit gestaltet und erlebt haben. Immer auf der Suche nach dem Erstaunlichen, Unbekannten, arbeitet sie oft mit Unterlagen und Übersetzungen von jahrhundertealten Überlieferungen, webt vor dem geschichtlichen Hintergrund auch Erzählungen und Anekdoten aus dem Leben historischer Persönlichkeiten ein und gestaltet damit die Geschichte spannend und abwechslungsreich. Isabel Blanco knüpft damit an die arabischen Adab-Werke an, eine literarische Gattung, in der in den Jahrhunderten des klassischen Islam Sachinformationen mit Anekdoten, Legenden und Poesie angereichert wurden. Isabel Blancos besondere Aufmerksamkeit gilt der arabischen Zeit in Spanien und dem Königreich Marokko. Ihr al-Andalus-Zyklus beginnt mit den Geschichten aus al-Andalus und findet seinen Abschluss mit dem Buch Maurenland, Christenland. In vier Büchern erzählt sie aus der Zeit der spanischen Araber aus muslimischer wie auch aus christlicher Sicht.
Das größte Anliegen der Autorin ist Verständnis für fremde Kulturen zu wecken und das reiche, geschichtliche und kulturelle Vermächtnis der Völker auf einfache Art nahe zu bringen. Sie ist überzeugt: „Nur wer die Vergangenheit eines Volkes, eines Landes kennt, kann seine Menschen und seine Kultur heute verstehen".
Die Autorin wurde am 16.04.1946 in Fulda geboren, lebte und arbeitete zunächst 5 Jahre in Frankreich, danach 17 Jahre in Spanien. Heute wohnt sie vorwiegend in München. Ihre stimmungsvollen Lesungen und informativen Vorträge erfreuen sich großer Beliebtheit, insbesondere der Vortrag zur Toleranz im Reich der drei Religionen: Muslime, Juden und Christen im spanischen Mittelalter - Gab es ein tolerantes Zusammenleben in Europa?

1991 – 1997

Längst hatte sich die anfängliche Faszination der Autorin für das maurische Vermächtnis in Leidenschaft gewandelt. Das schicksalhafte 11. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel, ganz besonders die wenig bekannte Ära der Taifa-Königreiche, ließen sie nicht mehr los. Sie recherchierte sechs Jahre in maurischen und maghrebinischen Überlieferungen und spanischen und französischen Übersetzungen bevor sie ihr erstes Buch schrieb.

1998 bis 2000

veröffentlichte sie jährlich einen Band der 3-teiligen Buchreihe: Geschichten Aus Al-Andalus – Die Ära der Königreiche Taifas. Isabel Blanco erzählt die Geschichte der Mauren in Spanien aus der Sicht und mit der Stimme der Menschen, die damals im muslimischen Spanien lebten und ihre Zeit gestalteten. Die Autorin: „Die Wiedergabe von Geschichte anhand der überlieferten arabischen Literatur ist zwar eine subjektive Art des Berichtens, doch nur wer den Überlieferungen lauscht, kann den Herzschlag einer eines Landes spüren und einen Einblick in seine Seele gewinnen".

1999 - 2007 (Kulturreisen nach Andalusien)

In Zusammenarbeit mit einem renommierten deutschen Reiseunternehmen entwarf und organisierte Isabel Blanco sieben Kulturreisen nach „al-Andalus“, die sie auch selbst begleitete. Inhalt und Thema der Reisen waren ausschließlich die muslimische Vergangenheit Spaniens. Vor der Kulisse beeindruckender historischer Bauwerke oder verlassener Ruinen las sie aus der Geschichte des muslimischen Spaniens und aus Originalprosa und -lyrik, die dort entstanden waren. Die Worte berühmter Dichter, Philosophen, Könige, Kalifen und Prinzessinnen die einst dort lebten, hauchten selbst unscheinbaren Mauerresten neues Leben ein. Eine Besonderheit der letzten Reise im März 2007 war, dass die Autorin den Schwerpunkt der Aktivitäten in Granada setzte, wo die Reisegruppe 5 Tage verbrachte. In Granada, mit seinem ältesten Stadtteil dem Albaicín bis zum Hügel Asabica, auf dem die Alhambra thront, finden sich fünf Jahrhunderte maurischer Geschichte vereint. Besonders erwähnenswert waren dabei zwei Tage die der Wasserwirtschaft galten und die Reisegruppe von der alten Quelle im nahegelegenen Gebirge bis zur "Nachsuche" der Wasserverteilung im Albaicín, mit seinen zahlreichen Brunnen und Zisternen aus der Maurenzeit, führten. Diese waren noch bis in die Hälfte des 20. Jh. in Betrieb.

2001

Isabel Blanco übersetzte das, in der spanischen Welt berühmte, Werk: Rosen der Wüste – Die Architektur in der arabischen Literatur der spanischen Andalus-Forscherin María Jesús Rubiera in die deutsche Sprache. Die Autorin war Professorin für den Lehrstuhl Islamkunde und Arabistik an der Universität Alicante.

2002

Al-Andalus hatte Isabel Blanco auch in das Land geführt dessen Geschichte über Jahrhunderte eng mit dem maurischen Spanien verknüpft war: Das Königreich Marokko. Sie unternahm zahlreiche Reisen nach Nordafrika um vor Ort zu recherchieren. Im Oktober 2002 erschien Land am Sonnenuntergang – Marokko. Auch hier folgt Isabel Blanco erneut den Überlieferungen und der Erzählweise berühmter maghrebinischer Chronisten, Reisenden und Literaten. Sie gestaltet die Geschichte spannend, abwechslungsreich und verknüpft sie mit überlieferten Legenden und Anekdoten. Der Bogen ist weit gespannt: von den Zeiten der arabischen Eroberung Marokkos bis zum 16. Jahrhundert, erzählt Isabel Blanco vom Land der Berber, von Königen, Poeten und Abenteurern, berichtet von heiligen Männern und Geistwesen. Die besondere Aufmerksamkeit der Autorin gilt der Geschichte des marokkanischen Königreichs vom 11. bis zum 15. Jahrhundert, einer Zeitspanne, in der die Schicksale von El-Maghreb und Al-Andalus, dem arabischen Spanien, besonders eng miteinander verknüpft waren.

2003

erschien die erweiterte und überarbeitete Neuausgabe der Erfolgsreihe: Geschichten Aus Al-Andalus mit dem neuen Untertitel: Die Königreiche Taifas, ein andalusischer Traum. Für diese neue Ausgabe wurden die ursprünglichen 3 Bände in einem Sammelband zusammengefasst. Es folgte eine 3. Auflage im Frühjahr 2006.

März 2005

Zur Leipziger Buchmesse erschien Ich pflückte die Rose ... - Eine Auswahl der schönsten Verse und Gedichte aus der Maurenzeit.

Ende November 2008

Ende 2008 wurde das neueste Buch der Autorin veröffentlicht: Maurenland, Christenland - Ein Ritter, ein König und ein Poet: Drei Jahrhunderte spanische Reconquista. Das umfangreiche Werk rundet den al-Andalus-Zyklus ab und führt mit drei Biografien durch die wichtigsten Jahrhunderte der Reconquista, der Rückeroberung der muslimischen Gebiete auf der Iberischen Halbinsel: Der Ritter Rodrigo Díaz de Vivar, genannt „der Cid“, (11. Jh.) König Alfons X. von Kastilien und León, dem die Nachwelt den Beinamen „der Gelehrte“ verlieh (13. Jh.) und Miguel de Cervantes Saavedra, der Autor des Don Quijote von der Mancha (16./17.Jh.)
Isabel Blanco schreibt ebenfalls für spanische Medien. Ihr umfangreicher Beitrag über den berühmtesten maghrebinischen Literaten des Mittelalters Ibn Chaldun als Sonderbeilage der Zeitschrift El Legado Andalusí ("Das maurische Erbe", Granada, No. 14, Juli 2003) fand große Beachtung. Auszüge dieses Artikels wurden auch in der Juliausgabe 2004 der Zeitschrift Sociedad Geográfica Espanola veröffentlicht.